Entschädigung

Nach einem (unverschuldeten) Verkehrsunfall stehen Geschädigten eine ganze Reihe an Entschädigungsleistungen zu. Die gegnerische Versicherung wird dir naturgemäß nicht auf eigene Initiative vollumfänglich entgegenkommen. Hier findest du Informationen und Tipps rund um das Thema Entschädigung und Kosten nach einem Verkehrsunfall.

Wer übernimmt meine Reparaturkosten?

Der Begriff der „Reparaturkosten“ ist leicht erklärt: Es handelt sich um die Geldsumme, die man dafür bezahlen muss, damit eine Fachfirma den entstandenen Schaden beseitigt. Spannender ist die Frage, WER diesen Betrag nach einem Autounfall tatsächlich zu bezahlen hat. § 249 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) ist da eindeutig. Er besagt: „Wer zum Schadensersatz verpflichtet ist, hat den Zustand herzustellen, der bestehen würde, wenn der zum Ersatz verpflichtende Umstand nicht eingetreten wäre.“ Das heißt ohne Juristensprache: Wurde dein Fahrzeug durch die Schuld eines anderen Verkehrsteilnehmers beschädigt, muss der Unfallverursacher (bzw. seine Haftpflichtversicherung) im Rahmen der Schadensregulierung, alle anfallende Kosten übernehmen – und damit allen voran die Reparaturkosten. (Teilen sich die Unfallbeteiligten die Schuld, kommt das Quotenvorrecht zur Anwendung. Der Schadensersatzanspruch wird also entsprechend gekürzt.

Wichtig: Der Anspruch auf Erstattung der Reparaturkosten hat Gültigkeit, ganz egal ob du die Reparatur von einer Werkstatt, in Eigenregie oder gar nicht ausführen lässt (Stichwort: fiktive Abrechnung).

Der Anspruch auf Übernahme der Reparaturkosten kennt allerdings auch eine Grenze: diese setzt nach einem Totalschaden ein. In diesem Fall wird die Reparatur nicht mehr übernommen. Zu beachten ist dabei die sogenannte 130-Prozent-Regel. Sie besagt: Summieren sich die Kosten für die Autoreparatur (konkret die Summe aus Reparaturkosten und Wertminderung) auf über 130 % des Wiederbeschaffungswertes, muss die Versicherung des Unfallverursachers die Reparaturkosten nicht mehr erstatten.

Wann bekomme ich die Nutzungsausfallentschädigung nach einem Verkehrsunfall?

Wenn du dein Auto nach einem Unfall eine bestimmte Zeit nicht nutzen kannst, weil es repariert werde muss, hast du im Rahmen des Schadensersatzes zwei Möglichkeiten: Du nimmst einen Mietwagen in Anspruch oder du machst den Nutzungsausfall geltend – auch technisches Schmerzensgeld genannt. Dabei handelt es sich um eine monetäre Kompensation für die Zeitspanne, in der du das Fahrzeug bedingt durch den Unfall nicht nutzen kannst.

Zu beachten: Es muss ein Nutzungswille und eine zumindest theoretische Nutzungsmöglichkeit deines Fahrzeugs bestehen. Du darfst also zum Beispiel nicht so schwerwiegend verletzt sein, dass du Dein Auto gar nicht nutzen könntest. Auch ein problemlos zur Verfügung stehender Zweitwagen widerspricht dem Prinzip des Nutzungsausfalls. Verzichtest du ohnehin auf eine Reparatur des Unfallfahrzeugs, entfällt die Nutzungsausfallentschädigung ebenso.

Die Höhe der dir zuzusprechenden Nutzungsausfallentschädigung hängt von Faktoren wie unter anderem Fahrzeugtyp und Alter ab – ein Unfallgutachter berechnet sie anhand einer offiziell anerkannten Tabelle.

Autounfall – habe ich Anspruch auf einen Mietwagen?

Nach einem unverschuldeten Unfall ist dein Fahrzeug so stark beschädigt, dass es nicht mehr fahrtauglich ist und zur Reparatur in eine Werkstatt muss. Du bist jedoch – zum Beispiel beruflich bedingt – auf ein Auto angewiesen. Steht dir demnach ein Mietwagen zu?

Zunächst: Als Geschädigter bist du grundsätzlich so zu stellen, als wäre der Unfall mitsamt seinen Schäden und Folgen nicht eingetreten.

Daraus folgt, dass du als Geschädigter Anspruch auf einen Mietwagen hast, wenn dein Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher und/oder fahrtüchtig ist. Dadurch soll deine Mobilität aufrechterhalten werden.

Achtung: Grundsätzlich hast du aber nur Anspruch auf den Mietwagen, wenn du täglich über 20 km damit zurücklegen musst – oder dir ständig ein Fahrzeug zur Verfügung stehen muss.

Ein Recht auf einen Mietwagen hast du ab dem Zeitpunkt, von dem an du dein Fahrzeug nicht mehr nutzen kannst – also während es sich in der Werkstatt zur Reparatur befindet, während ein Gutachter das Unfallgutachten erstellt, aber auch noch eine kurze Zeit darüber hinaus. Die gilt als Bedenkzeit, um zu überlegen, ob du das Auto reparieren lassen willst oder die fiktive Abrechnung wählst. Solltest du nach Totalschaden ein neues Fahrzeug anschaffen, kommt sogar der Wiederbeschaffungszeitraum hinzu, also die Zeitspanne, während du auf das neue Fahrzeug wartest. Der KFZ-Sachverständige ermittelt in seinem Schadengutachten auch die zustehende Mietwagenklasse. Merke: Eine Werkstatt mit Kostenvoranschlag berücksichtigt oder ermittelt keine Mietwagen als Ersatzwagen.

Wer kommt für die Mietwagenkosten auf?
Zunächst: Der Gutachter ermittelt, welche Mietwagenklasse dir zusteht. Eine Leistung, die eine Werkstatt im Rahmen eines Kostenvoranschlags übriges nicht erbringt! Die Kosten für den entsprechenden Mietwagen hat die Versicherung des Unfallverursachers zu tragen. (Bei einer Teilschuld deinerseits kann es zu entsprechenden Kürzungen kommen.) Allerdings steht dir nur ein Mietwagen zu, der zur Klasse deines verunfallten Fahrzeugs gehört.

Wichtig: Dein Recht auf einen Mietwagen entfällt, fass du dich für die fiktive Abrechnung oder eine Reparatur in Eigenregie entscheidest.

Was kostet die Kfz Abmeldung, Kfz Anmeldung oder Kfz Ummeldung?

Um dein Fahrzeug ab-, an- oder umzumelden, suchst du die zuständige Zulassungsstelle auf. (Seit 2015 kannst du dein Fahrzeug bei einigen Zulassungsportalen und unter bestimmten Voraussetzungen auch online ab- oder anmelden.)

Kfz Anmeldung
Laut Gesetz muss in Deutschland jedes Fahrzeug auf den jeweiligen Fahrzeughalter gemeldet sein. Wenn du ein Auto kaufst, musst du es also bei der Kfz-Zulassungsstelle anmelden.

Folgende Unterlagen musst du (bei Neuwagenanmeldung) mitbringen:

  • Personalausweis,
  • Zulassungsbescheinigung Teil II (früher Fahrzeugbrief)
  • Versicherungsbestätigung in Form der eVB-Nummer
  • Sepa-Lastschriftmandat für die Kfz-Steuer
  • COC-Papiere

Je nach Rahmenbedingung (auch Halterwechsel?) kostet Anmeldung deines Fahrzeugs von 10 bis 30 Euro. Deutlich teurer kann es werden, ein Fahrzeug mit ausländischem Kennzeichen anzumelden – bis zu 100 Euro an Kosten können auf dich zukommen.

Achtung: Bei der Anmeldung bekommst du auch deine beiden Nummernschilder. Hier werden zwischen 20 und 30 Euro fällig.

Kfz Abmeldung

Die Kosten für eine Abmeldung bei einer Kfz-Zulassungsstelle betragen im Schnitt nur rund 5 bis 10 Euro.

Folgende Unterlagen solltest du parat haben:

  • Zulassungsbescheinigung I (Fahrzeugschein)
  • Zulassungsbescheinigung II (ehemals: Fahrzeugbrief)
  • Kfz-Kennzeichen des Fahrzeugs
  • Aktueller TÜV-Bericht
  • Personalausweis oder Reisepass (mit Meldebescheinigung des Einwohnermeldeamts)
  • Zur dauerhaften Kfz-Abmeldung: Verwertungsnachweis (eines zertifizierten Autoverwerters)

Hast du dein Fahrzeug abgemeldet oder stillgelegt, informiert die Kfz-Zulassungsstelle Finanzamt und Kfz-Haftpflichtversicherung. Dadurch können dir zu viel gezahlte Prämien erstattet werden.

Kfz Ummeldung

Um ein Fahrzeug im öffentlichen Straßenverkehr nutzen zu dürfen, muss es zugelassen sein, das heißt, auf den Halter und seinen aktuellen Wohnort gemeldet. Ziehst du um oder willst ein bis dato auf jemand anderes gemeldetes Fahrzeug für dich zulassen (z. B. beim Gebrauchtwagenkauf), musst du es ummelden. Im Rahmen einer Kfz Ummeldung stellt die Kfz-Zulassungsstelle neue Fahrzeug-Dokumente aus. Du bekommst also neue Zulassungsbescheinigungen I und II. Mitbringen solltest du deinen Personalausweis, die Fahrzeugpapiere, die Versicherungsbestätigung und, sofern ein Austausch geplant ist, die alten Kennzeichen.

Die Kosten für eine Kfz Ummeldung unterscheiden sich von Zulassungsstelle zu Zulassungsstelle etwas – im Schnitt betragen sie zwischen 26 und 29 Euro.

Kostenerstattung nach Unfall?

Die Abmeldung deines Fahrzeugs nach Totalschaden sowie die Kosten für die Neuanmeldung eines Ersatzfahrzeugs gehören bei einem fremdverschuldeten Unfall zum Schadensersatz. Allerdings unterscheiden sich die dem Geschädigten zugesprochenen Beträge stark.

Wird mir die Wertminderung erstattet?

Du warst in einen unverschuldeten Verkehrsunfall entwickelt, dein Auto war in der Werkstatt und wurde einwandfrei repariert. Grundsätzlich ist das Fahrzeug also wieder völlig in Ordnung. Trotzdem bleibt der Makel als Unfallfahrzeug. Solltest du den Pkw verkaufen wollen, würdest du einen geringeren Preis erzielen als für das gleiche Fahrzeug ohne behobenen Unfallschaden. Der Unfall hat also zu einer Wertminderung deines Fahrzeugs geführt.

Im Rahmen der Schadensregulierung muss die gegnerische Kfz Versicherung diese Wertminderung ausgleichen. Sie sollte also im Schadengutachten festgehalten werden. Die Kompensation steht dir auch dann zu, wenn du beabsichtigst, den Wagen zu verkaufen. Einzig, falls das Auto bereits über sechs Jahre alt ist und eine Laufleistung von mehr als 100.000 Kilometer aufweist, kann die Erstattung der Wertminderung unter Umständen entfallen.

Handelt es sich um ein finanziertes oder ein Leasingfahrzeug gilt es, Rücksprache mit der Bank oder dem Leasinggeber zu halten.

Entgangener Gewinn bei gewerblich genutzten Fahrzeugen

Wird ein Firmenfahrzeug bei einem Unfall so stark beschädigt, dass es zu Reparaturzwecken für eine weitere Nutzung ausfällt, kannst du im Rahmen der Schadensregulierung den sogenannten entgangenen Gewinn geltend machen. Dieser ist nach deutscher Rechtsprechung laut § 252 BGB Bestandteil deines Schadensersatzanspruchs (bei dessen Bezifferung und Durchsetzung wir dich natürlich unterstützen können!).

Unter dem entgangenen Gewinn versteht das Gesetz den Gewinn, der bei gewöhnlichem Lauf oder nach besonderen Umständen mit Wahrscheinlichkeit zu erwarten gewesen wäre. Du kannst entgangenen Gewinn vom Unfallverursacher (bzw. seiner Kfz-Versicherung) einfordern, wenn der Ausfall deines Fahrzeugs konkret messbar in einen deshalb nicht mehr zu erzielenden Gewerbeertrag mündet. Einfachstes Beispiel: Du bist Spediteur und konntest aufgrund eines beschädigten Lkw nicht wie geplant Ware liefern.

Achtung: Deinen durch den Ausfall des gewerblich genutzten Fahrzeugs entgangenen Gewinn musst du als Geschädigter ganz genau beziffern. Dies erweist sich in der Praxis besonders bei Freiberuflern und Selbstständigen als kompliziert. So müsstest du nachweisen, einen konkreten Auftrag aufgrund des Unfalls nicht mehr bekommen zu haben oder ihn nicht ausführen zu können. Alternative Möglichkeit: Um einen Auftrag trotz des Unfalls auszuführen, musstest du Personal hinzubuchen.

Abschleppen nach Autounfall – wer übernimmt die Kosten?

Nach einem Verkehrsunfall stellt sich heraus, dass dein Auto nicht mehr fahrtüchtig ist? Oder es bestehen erhebliche Zweifel an der Verkehrssicherheit deines Fahrzeugs? Dann kommt nur mehr das Abschleppen in Frage. Wer die Abschleppkosten zu tragen hat, hängt von der Schuldfrage ab:

Bei einem eigenverschuldeten Verkehrsunfall musst du die Kosten für den Abschleppdienst übernehmen. (Hast du eine Kaskoversicherung oder bist Mitglied im ADAC oder einem ähnlichen Automobilclub, werden die Kosten von denen getragen. Ansonsten bleibst du auf den Kosten sitzen.)

Liegt die Schuld am Unfall nicht bei dir, muss die gegnerische Haftpflichtversicherung das Abschleppen übernehmen. Denn zum Schadensersatz nach einem fremdverschuldeten Unfall gehört nicht nur die Kostenentschädigung für Reparatur, Nutzungsausfall oder Mietwagen, sondern auch die Kosten für das Abschleppen. Du hast als Geschädigter explizit das Recht, dein Fahrzeug abschleppen zu lassen und die entsprechenden Kosten – in voller Höhe – erstattet zu bekommen.

Achtung: Auch hierbei gilt die sogenannte Schadensminderungspflicht. So wird gemäß Rechtsprechung zwar nicht von dir verlangt, vor der Beauftragung eines Abschleppdienstes Preise zu vergleichen, du solltest dein Fahrzeug jedoch möglichst zur nächstgelegenen Werkstatt bringen. (Ausnahmen von dieser Weisung können zum Beispiel bestehen, wenn dein Fahrzeug nur von einer Spezialwerkstatt repariert werden kann oder du in deine Vertragswerkstatt musst, um etwaige Garantieansprüche zu wahren.):

Übrigens: Du bist als Geschädigter nicht verpflichtet, einen eventuell vorhandenen Schutzbrief mit Abschleppleistung zu nutzen.

Wer übernimmt die Rechtsanwaltskosten nach einem Verkehrsunfall?

Vorneweg: Du hast nach einem Verkehrsunfall grundsätzlich immer das Recht, einen Rechtsanwalt deines Vertrauens hinzuzuziehen.

Bei einem fremdverschuldeten Verkehrsunfall trägt immer die Gegenseite – in Form der Kfz Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers – die Kosten für einen Rechtsanwalt.

Verteilt sich die Schuld auf beide Parteien, werden die Anwaltskosten entsprechend aufgeteilt, d. h., beide Beteiligten (bzw. die jeweiligen Versicherungen) erstatten dem Gegenüber einen laut Haftungsquote zustehenden Teil der Rechtsanwaltsgebühren. Es sei denn, du hast eine Rechtsschutzversicherung für Verkehrsrecht. Dann werden die Anwaltskosten unabhängig von der Schuldfrage von der abgeschlossenen Versicherung übernommen.

Habe ich nach einem Verkehrsunfall Anspruch auf Schmerzensgeld?

Hast du infolge eines Verkehrsunfalls schwere Verletzungen erlitten, steht dir unter gewissen Umständen eine Entschädigung seitens des Unfallverursachers in Form von Schmerzensgeld zu. Um diese gesetzliche Forderung geltend machen zu können, musst du – innerhalb einer Verjährungsfrist von drei Jahren – nachweisen, dass du deutliche Verletzungen erlitten hast und unverschuldet am Unfall beteiligt warst. Der Autounfall muss eindeutig deinen Verletzungen zuzuordnen sein und der Unfallverursacher muss dabei zumindest fahrlässig agiert haben. Du als Anspruchsteller trägst dabei die volle Beweispflicht.

Die etwaige Höhe des dir zustehenden Schmerzensgeldes kann nicht pauschal beziffert werden, sondern berechnet sich individuell anhand verschiedenster Faktoren wie unter anderem dem Ausmaß der Verletzungen, der Folgen im Alltag oder im Beruf, Umfang und Dauer der Behandlung etc.

Wer übernimmt die Sachverständigenkosten?

Nach einem Verkehrsunfall stellt sich – abgesehen von der Schuld – vor allem die Frage, wie hoch die Reparaturkosten ausfallen werden. Darüber hinaus stehen Geschädigten weitere Schadensersatzleistungen zu. Ein Kfz-Gutachter kann sämtliche Werte und Erstattungen ermitteln und genau beziffern.

Die Leistungen des Gutachters wiederum hat bei einem fremdverschuldeten Unfall die gegnerische Kfz Versicherung zu tragen. Das gilt auch, falls die Versicherung des Unfallverursachers einen eigenen Kfz-Sachverständigen zu Rate zieht, du als Geschädigter jedoch auf einen eigenen, unabhängigen bestehst (siehe zum Beispiel ein Urteil des Bundesgerichtshofes vom 22.7.2014, Az. VI ZR 357/13).

Bei einer Teilschuld entscheidet das Gericht, in welchem Prozentsatz jede Partei für die Kosten aufzukommen hat.

Du hast den Schaden selbst verursacht? Dann übernimmt deine Vollkaskoversicherung die Kosten für die Reparatur (wenn du den Schaden nicht durch grobe Fahrlässigkeit verursacht hast). Deine Versicherung wird auf einen eigenen Gutachter bzw. eine Begutachtung in einer Vertragswerkstatt bestehen. Kosten für einen Gutachter deiner Wahl werden in diesem Fall nicht erstattet – höchstens nach Absprache.

Bekomme ich Umbaukosten nach einem Autounfall erstattet?

Nach einem Verkehrsunfall können neben den üblichen Reparaturkosten oftmals auch nicht zu vernachlässigende Kosten dafür entstehen, bestimmte Einbauten oder Ausstattungen aus dem verunfallten in das Nachfolgefahrzeug zu verbauen. Dabei kann es sich zum Beispiel um Anhängerkupplungen, Funkgeräte und Taxameter, Werbematerialien oder teure Radio- und Soundanlagen handeln. Insbesondere bei Totalschaden stellt sich die Frage, wer die entsprechenden Umbaukosten trägt. Der Anspruch kann entstehen, wenn es sich um aufwendige, wertvolle Teile handelt – zum Beispiel hochwertige Soundanlagen.

Umbaukosten bleiben dann bei der Ermittlung von Wiederbeschaffungswert und Restwert außen vor. Sie werden weder zum Reparaturaufwand, noch im Rahmen der Ersatzwagenbeschaffung beachtet. Dementsprechend können Umbaukosten zusätzlich geltend gemacht werden. Die Umbaukosten gehören dann zum Gesamtschaden und müssen vom Unfallgegner bzw. seiner Kfz Haftpflichtversicherung erstattet werden. Geschädigte haben in der Regel Nachweise über den Umbau zu erbringen.

Steht dir zu: Unkostenpauschale nach einem Verkehrsunfall

Nach einem Verkehrsunfall entsteht ein erheblicher Aufwand. „Papierkrieg“ mit dem Unfallgegner und seiner Versicherung, etwaige Behördengänge, Werkstattbesuche… Dieser Aufwand kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld –für Porto, Telefonkosten oder Taxi beispielsweise.

Geschädigten nach einem Verkehrsunfall wegen dieser allgemeinen Aufwendungen im Rahmen der Schadensregulierung eine Unkostenpauschale zu. Diese beträgt – ohne konkrete Nachweise erbringen zu müssen – in der Regel 25 Euro.

Wer übernimmt die Verbringungskosten?

Die sogenannten Verbringungskosten im Rahmen der Schadensabwicklung entstehen, wenn das beschädigte Fahrzeug zur vollständigen Reparatur aus der Werkstatt an einen anderen Ort transportiert werden muss – meist eine Lackiererei oder Karosseriebetrieb.

Als Unfallgeschädigter hast du das Recht auf Erstattung dieser Verbringungskosten. Oftmals hast du sogar bei fiktiver Abrechnung Anspruch auf Erstattung der Verbringungskosten, das hängt jedoch von der örtlichen Rechtsprechung ab.

Wann entstehen Vorhaltekosten – wer trägt die Vorhaltekosten?

Die sogenannten Vorhaltekosten spielen bei der Schadensregulierung im Rahmen der Frage nach Nutzungsausfallentschädigung eine Rolle – in der Regel, wenn es um gewerblich genutzte Fahrzeuge geht.

Zunächst handelt es sich bei Vorhaltekosten um jene Kosten, die man aufwenden muss, um ein Fahrzeug grundsätzlich fahrbereit zu halten – zum Beispiel Versicherungsbeiträge, die Kfz Steuer oder eine Stellplatzmiete. Hält ein Geschädigter nun für die Situation, dass ihm ein gewerblich genutztes Fahrzeug ausfällt, ein Reservefahrzeug vor und muss es nach einem Unfall einsetzen, hat er dadurch Anspruch auf Erstattung der Vorhaltekosten.

Beispiel: Eine Fahrschule besitzt ein Ersatzauto, das zum Einsatz kommt, weil sich das eigentlich genutzte nach einem Unfall in Reparatur befindet. Für den Zeitraum der Reparatur besteht dann Anspruch auf die Erstattung der Vorhaltekosten.

Kann ich Finanzierungskosten (oder Kreditkosten) geltend machen?

Unter Umständen kommst du nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall in die Situation, dass du die Reparatur deines Autos oder einen Ersatzwagen schon bezahlen musst, obwohl die Regulierung durch die gegnerische Versicherung noch nicht abgeschlossen ist. Du musst also finanziell in Vorleistung gehen. Doch was, wenn dir gerade die Mittel fehlen? Wenn deine Liquidität nicht ausreicht?

Verlangt es deine finanzielle Situation, dass du einen Kredit aufnimmst, können dir entsprechende Finanzierungskosten seitens des Schädigers erstattet werden. Allerdings musst du ein paar Dinge beachten. So bist du verpflichtet, eine möglichst günstige Finanzierung in Anspruch zu nehmen. Es muss eindeutig klar sein, dass die Kreditaufnahme notwendig und wirtschaftlich ist.

Anwaltskosten nach unverschuldetem Unfall trägt der Gegner

Nach einem Verkehrsunfall spricht dir die Gesetzgebung ganz klar das Recht zu, einen Anwalt deiner Wahl hinzuzuziehen – und zwar unabhängig vom Umfang des Schadens oder der Schuld- bzw. Haftungsfrage. Damit soll eine Art Chancengleichheit zwischen dir als Laien und Experten zum Beispiel der gegnerischen Versicherung hergestellt werden.

Was die Anwaltskosten angeht, herrscht ebenfalls Eindeutigkeit: Als Geschädigter in einem fremdverschuldeten Verkehrsunfall hast du Anspruch auf die Erstattung der Rechtsanwaltskosten.

Tragen beide Parteien eine Teilschuld an dem Unfall, überträgt sich dies auch auf die Anwaltskosten. Diese werden dann gemäß der Haftungsquote anteilig erstattet.

Wird mir Verdienstausfall nach einem Verkehrsunfall erstattet?

Nach einem unverschuldeten Verkehrsunfall stehen Geschädigten eine Reihe an Schadensersatzleistungen zu – im materiellen wie im immateriellen Bereich, von den Reparaturkosten bis hin zu Schmerzensgeld. War der Unfall so heftig, dass du aufgrund deiner Verletzungen arbeitsunfähig wurdest, kannst du auch den Verdienstausfall geltend machen. Es gilt jedoch, ein paar Dinge zu beachten.

Zunächst unterscheiden sich die Formalitäten je nachdem, ob du angestellt oder selbstständig bist. Im Falle eines langfristigen Ausfalls ist dein Arbeitgeber gesetzlich zu einer sechswöchigen Lohnfortzahlung verpflichtet. Dein Anspruch auf Erstattung des Verdienstausfalls beginnt also erst nach diesem Zeitraum. Zur Berechnung wird dein regelmäßiges Einkommen aus dem Jahr vor dem Unfall herangezogen – somit sind etwaige Sonderzahlungen wie Boni, Urlaubs- und Weihnachtsgeld enthalten.

Bei Selbstständigen gestaltet es sich etwas schwieriger, einen Verdienstausfallschaden zu berechnen. Du bekommst zwar logischerweise keine Lohnfortzahlung, doch allein der Ausfall deiner Arbeitskraft führt noch nicht zu einem Anspruch auf Schadensersatz. Der entsteht erst, wenn dir nachweislich konkrete Geschäfte entgehen, ein ansonsten erzielter Gewinn entfällt oder du eine Ersatzkraft einstellen musst, um das Geschäft fortführen zu können. Der tatsächliche Vermögensschaden lässt sich meist nur mit Unterstützung von Sachverständigen, Steuerberatern oder Wirtschaftsprüfern beziffern.